ENEXIS
Zehntausende Kilo Kupfer aus Lagerhalle gestohlen
MAASBREE – BAS DINGEMANSE
Ein Lagerunternehmen in Maasbree wurde von einer Kupferbande ausgeraubt. Die Männer schafften es, Tausende Kilo Kupferkabel der Firma Enexis zu stehlen. Am Freitagabend wurde ein Verdächtiger festgenommen.
Das bestätigte eine Polizeisprecherin gegenüber De Limburger. „Die Kollegen vor Ort haben zwei Personen gesehen, die zu fliehen versuchten. Einer von ihnen wurde festgenommen. Es handelt sich um einen 41-jährigen Mann aus Amsterdam“, sagte sie. Der Mann ist nicht länger in Haft, gilt aber weiterhin als Verdächtiger.
Die Bande ging äußerst professionell vor. Offenbar schnitten die Männer den Zaun eines Nachbarunternehmens auf, gelangten über dieses Grundstück zur Rückseite der betreffenden Halle, machten dort ein Loch in die Wand und entwendeten auf diese Weise nach und nach Tausende Kilo Kupfer.
Der Diebstahl in Maasbree wurde in der vergangenen Woche entdeckt, woraufhin das Unternehmen – einer der vielen Standorte in den Niederlanden, an denen Enexis Kabel lagert – den Privatdetektiv John Vullers beauftragte.
Das Team von Vullers entdeckte das Loch, das von der Bande mit einer Tarnplane abgedeckt und hinter Gebüsch versteckt worden war. Dies bestärkte die Ermittler in der Vermutung, dass die Kupferdiebe zurückkehren würden. Sie beschlossen, das Firmengelände in Maasbree zu überwachen.
Zahltag
Am Freitagabend war es soweit. Das „Team Vullers“ beobachtete, wie mindestens sechs Männer sich auf den Weg zur Halle machten – zu dem von ihnen selbst geschaffenen Eingang. Daraufhin wurde die Polizei alarmiert. Die Beamten sahen nur zwei der Verdächtigen, von denen einer entkommen konnte. Detektiv Vullers wollte sich inhaltlich nicht näher zu der Aktion äußern. „Das ist nicht meine Aufgabe. Ich arbeite für den Auftraggeber und übergebe meine Informationen an die Polizei“, sagte er.
Es war übrigens nicht das erste Mal, dass er mit einem solchen Fall zu tun hatte. „Vor zwei oder drei Jahren wurden bei einem Unternehmen in Haelen 34.000 Kilo Kupfer gestohlen. Damals hatten sie ebenfalls ein Loch in die Wand gemacht“, erzählte er.
Osteuropa
Der ehemalige Polizist vermutet stark, dass es sich um eine Bande handelt, die in wechselnder Besetzung agiert. Obwohl der festgenommene Verdächtige in Amsterdam gemeldet ist, soll der Großteil der Bande Wurzeln im ehemaligen Ostblock haben. Die Polizei wollte sich am Montag nicht dazu äußern. „Die Ermittlungen laufen noch“, hieß es.
Der Kupferdiebstahl in Maasbree ist der zweite innerhalb kurzer Zeit. In der vergangenen Woche versuchte eine Gruppe von Männern, Kabeltrommeln – mit darauf Tausenden Kilo Kupferkabel – auf einem Industriegelände in Tilburg zu stehlen. Der Transporter, mit dem sie die Trommeln abtransportieren wollten, war so schwer beladen, dass die Federung nachgab. Die Polizei konnte insgesamt sieben Verdächtige festnehmen.
Kupfer wird derzeit für etwa 7 bis 8 Euro pro Kilo gehandelt. In Maasbree sollen zwischen 50.000 und 60.000 Kilo gestohlen worden sein. Damit beläuft sich die Beute auf mindestens 350.000 Euro.



